GALERIE
CAROL JOHNSSEN
Ausstellung: 13. April bis 15. Juni 2007
Pressetext
Die Fotografen und Videokünstler Beate Geissler und Oliver Sann setzen sich in ihrem hoch analytisch-ästhetischen Werk bisher vor allem mit den Themen Inszenierung, Simulation und deren Schnittstellen zur Realität auseinander. Sei es durch das Fotografieren reinszenierter klassischer Architektur in der Serie „Das Glück dieser Erde“, deren erster Teil in Las Vegas, der zweite in Rom aufgenommen wurde, oder durch den viel beachteten Foto-Zyklus „Shooter“, der Portraits der Teilnehmer an so genannten Ego Shooter Computerspielen in dem Moment zeigt, in dem der Portraitierte seinen virtuellen Gegner tötet. Präzise beleuchten die Künstler somit brennend aktuelle gesellschaftliche Fragen wie: Welchen Einfluss und welche Bedeutung haben Simulationen und digitale Ersatzwelten auf unser Erleben und Begreifen von Wirklichkeit?
In der aktuell gezeigten Arbeit „Return to Veste Rosenberg“ sind sie einen entscheidenden Schritt weiter gegangen, indem sie nicht nur ein bereits vorgefertigtes Spiel und dessen Spieler beobachtet und dokumentiert haben, sondern ein genuin neues Spiel inszenierten. Sie stellten während eines Studienaufenthaltes auf der Veste Rosenberg in Kronach mit Laienschauspielern Szenen wie aus Computerspielen nach und dokumentierten dies in großformatigen, am Computer nicht nachbearbeiteten Fotografien und als Video. Bedrohlich militärisch wirkende Szenen wie aus der Gegenwart wechseln sich mit märchenhaften Inszenierungen ab - zunächst außen auf dem Burggelände angesiedelt, dann bis ins Innere der Veste vordringend. Vergangenheit und Gegenwart, vermeintliche Realitäten und geheimnisvolle Fiktionsebenen in bescheunigter Schnittfolge bewirken eine Steigerung der Dramatik. Bewusst spielen die Künstler mit den Assoziationen monumentaler Phantasy-Filme und computergenerierter Adventure-Games. Konsequent haben sie somit die Welt des Beobachtens und Dokumentierens vorgeformter Spielwelten hinter sich gelassen, um selbst zum Creator ludi, dem Erschaffer dieser Welt des Spieles und Spielens zu werden.
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