GALERIE
CAROL JOHNSSEN
Ausstellungseröffnung: 13. Januar 2011, 19-21 Uhr
Dauer der Ausstellung: 14. Januar bis 25. Februar 2011
verlängert bis 18. März 2011
Öffnungszeiten:
Di. – Fr. 13-18 Uhr
Sa. nach Vereinbarung
und nach Vereinbarung

Auf den ersten Blick scheinen Philipp Goldbachs Arbeiten sehr unterschiedlicher Natur zu sein. Die Ausstellung in der Galerie Carol Johnssen kombiniert Fotografien von Kreidetafeln in Universitätshörsälen, Fotogramme von Typenscheiben analoger Lichtsetzmaschinen und großformatige Abschriften von Reisetagebüchern des frühen 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Arbeiten repräsentieren verschiedene Kulturtechniken, eine „Lesbarkeit der Welt“ zu visualisieren. Gemeinsam ist ihnen die Reproduktion von Schrift.
Ob an der Grenze des Entzifferbaren Wort für Wort „mikrografisch“ ausbuchstabiert, als Alphabet-Matrix auf lithografischen Film belichtet oder als ausgewischte Kreidespur auf vernutzten Tafeln – immer geht es auch um vergangene Erfahrungs- und Wissensschätze, deren Inhalte für uns nicht mehr ohne weiteres lesbar sind. Zurück bleiben „objets trouvés“, Relikte von Schreibprozessen, deren Spuren lediglich eine Ahnung davon geben, was sich hier an möglichem Wissen in Schrift gesetzt hat. Gegen den verschütteten Schriftsinn spielen Goldbachs Bilder die Formen und Mittel ihres eigenen Produziertseins aus. In den französischen Wörtern „voir“ und „pouvoir“ im Sinne von „sehen können“ und „fertigen können“ blitzt noch dieser Zusammenhang auf. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich uns die unhintergehbare Differenz zwischen dem, was es zu sehen gibt und dem, was uns zu sehen gibt, – als ein offenes Feld für Lektüren.

KÖNIGINSTRASSE 27 D-80539 MüNCHEN TEL. 089 / 280 99 23 FAX 089 / 280 99 33
E-MAIL: JOHNSSEN@AOL.COM INTERNET: http://www.artcarol.de
HYPOVEREINSBANK MüNCHEN BLZ 700 202 70 KTO.NR.38025040
MITGLIED IM BVDG (BUNDESVERBAND DEUTSCHER GALERIEN E.V.) und C.I.N.O.A.