Zahlen + Zeiten (bis auf weiteres verlängert)

Rune Mields | Gallery Carol Johnssen

1789: Segel der Hoffnung I, 140 x 95 cm / 2018 Acrylfarbe/Leinen
Foto: F.Rosenstiel Köln

Neue Arbeiten

Zum OPEN ART Weekend laden wir Sie herzlich ein.

Freitag, den 14. September, 18-21 Uhr
Samstag, den 15. September, 11-18 Uhr
Sonntag, den 16. September, 11-18 Uhr

Die Ausstellung ist bis auf weiteres verlängert.

Rune Mields | Galerie Carol Johnssen

Rune Mields Werke befassen sich mit der kulturvergleichenden Analyse von Zahlen und Symbolen, wissenschafltichen Konzepten als Porportionen der Rationalität. Aus dem Dialog mit Mathematikern und Wissenschaftlern verbildlicht sie deren Kulturfortschritt in einer aesthetisch präezisen Formsprache welche aber auch Ordnungssysteme der Musik und Philosophie poetisert.

In der Serie Sangi Zahlen, einem chinesisch-japanischen Bambusziffersystem, visualisiert Mields die Primzahlenreihe durch den Raum, den die Zahlenmasse schwärzt, welche in diesem System der Höhe der Zahl entspricht - vielleicht findet sich darin ein wiederkehrendes Muster?

Das selbe Zahlensystem beschreibt nun 1789 und lässt mit “Liberté, Égalité, Fraternité” an die Französische Revolution 1789 denken, welche später, nach eklatantem Blutvergiessen, zur Deklaration der Menschenrechte führte. Der Kranich ist ein Symbol der Erhabenheit und des Glücks und lässt hoffen, dass die Entwicklung von der Revolution zur Menschenrechts-besinnung von Weisheit getragen wird. Das selbe Motiv taucht auch auf einem Segel auf - vielleicht in dem Sinne dass die Ideen der Aufklärung in die USA gesegelt sind und dort massgebend fuer deren Verfassung waren?

Die Arbeit “Epitaph” zeigt einen Davidstern, dessen Spitzen jeweils mit einer 0 umkreist sind. “Vav” im Zentrum steht für die Zahl 6 und mit den 0 ergibt es 6 000000. 6 Million im Kontrast zur Ewigkeit, die darunter liegende Raport beschreibt.
Die Zahl Phi beschreibt den “Goldenen Schnitt”, ein Aesthetikideal in der Kunst. Das Verhältnis a/b ist hier dasselbe wie (a+b)/a.

“5 zu 3” zum Beispiel kommt dem Goldenen Schnitt nahe, wobei 5/3 ähnlich ist zu 8/5. Nicht genau das selbe, aber beinahe. Genau genommen nähert sich die Fibonacci-Folge dem Goldenen Schnitt Phi an.

Und Fibonacci Folgen finden sich viele in der Natur, zum Beispiel in der Aufreihung von Sonnenblumenkernen oder Blütenblättern, was uns das Gefühl einer angeborenen Logikaesthetik vermittelt.
  

The work of Rune Mields compares number and symbol systems of different cultures and scientific concepts as proportions of rationality. In dialogue with mathematicians and scientists she visualizes their cultural progress with aesthetic precision, but also praises the poetry found in music and philosophical structures.

In her series “Sangu Zahlen” (sangu numbers), a Chinese-Japanese bamboo digit system, Mields depicts the prime number sequence as a growing area blackened out by the increasing number value- in search for a repetitive pattern.

The same number system now describes 1789 and the slogan “Liberté, Égalité, Fraternité” makes one think of the French Revolution in 1789 which led to the human rights declaration after a lot of bloodshed. The crane is a symbol of grace and luck and stirs the hope that the steps from revolution to respect of human rights will be carried by wisdom. The same symbol can be found on a sail- maybe hinting at how the ideas of the enlightenment carried over to the USA and inspired their constitution.

“Epitaph” shows a Star of David with a circle around each tip.”Vav” at the center means 6 and together with the zeros around the tips it makes 6 Mio. – in contrast to eternity.

The number phi captures the “Golden ratio”, an aesthetic ideal in art. Here, the relation a/b equals (a+b)/a. “5 to 3” for example approximates the Golden ratio, whereas 5/3 is similar to 8/5. Not exactly the same, but almost. Actually, the Fibonacci series approximates the Golden ratio Phi.

And in nature there are many Fibonacci series, for example the row of petals or sunflower seeds arising from the center of a blossom, which appear to appeal to an inborn feeling of logical beauty.